Laryngektomie - Störungsbilder - Praxis für Logopädie Surmann Berlin (Pankow)

"Laryngektomie" bedeutet "Kehlkopfentnahme".

Eine Amputation des Kehlkopfes kann bei Kehlkopfkrebs notwendig werden.
Der Kehlkopf stellt die Kreuzungsstelle zwischen Luft- und Speiseröhre dar. Sein oben am Kehlkopf befindlicher Kehldeckel arbeitet wie eine Weiche: beim Atmen und beim Sprechen steht der Kehldeckel geöffnet und lässt ungehindert die Atemluft durch den Kehlkopf und die darunter beginnende Luftröhre ein- und ausfließen. Beim Schlucken wird der Kehldeckel über den Kehlkopfeingang gelegt, so dass der Speisebrei über den Kehldeckel hinweg in die hinter dem Kehlkopf beginnende Speiseröhre rutschen kann. So wird verhindert, dass
Nahrung in die Luftröhre gelangt. Wenn eine Kehlkopf-Amputation notwendig wird, ist diese Weichen-Funktion anschließend nicht mehr gewährleistet. Es muss eine künstliche Trennung von Luft- und Speiseweg herbeigeführt werden.


Dazu wird bei der Operation die Speiseröhre am Ende des Rachens befestigt und die Luftröhre gekürzt. Das Ende der Luftröhre führt nun zu einer Atemöffnung (Tracheostoma) am unteren Hals. Da die Luftröhre nun am unteren Hals endet, kann durch den Rachen-, Mund- und Nasenraum keine Luft mehr strömen. Die Stimmgebung ist somit nicht nur deshalb nicht mehr möglich, weil die im Kehlkopf befindlichen Stimmbänder nicht mehr vorhanden sind, sondern zusätzlich aus dem Grund, dass die für das Sprechen nötige Ausatemluft nicht mehr im Mund zur Verfügung steht.
Zudem sind sämtliche Funktionen, für die ein Luftstrom im Mund- und Nasenraum zur Verfügung stehen muss, für Laryngektomierte nicht mehr möglich, z.B. Nase putzen, riechen, pusten, pfeifen, teilweise auch schmecken,… . Da die Atemluft bei der Einatmung nun nicht mehr durch die Nase strömen kann, kommt sie schmutziger, kälter und trockener in der Lunge an; schließlich hat die Nase die Funktion der Filterung, Anwärmung und Anfeuchtung. Die Folge ist, dass nahezu alle Laryngektomierten über verstärkte Verschleimung und Infektanfälligkeit klagen.Es gibt eine Operationsmethode, bei der zwischen der verkürzten Luftröhre und der Speiseröhre eine Verbindung hergestellt wird (Einsatz eines Shunt-Ventils). Diese Verbindung wird so gestaltet, dass es nicht möglich ist, dass geschluckter Speisebrei in die Luftröhre und somit in die Lunge gelangt, dass es aber möglich ist, Ausatemluft über den Umweg der Speiseröhre doch in den Rachen-, Mund- und Nasenraum zu bringen.