Der Schluckvorgang - Physiologie - Praxis für Logopädie Surmann Berlin (Pankow)

Der Schluckvorgang

Der Mensch schluckt zwischen 600- 2000 mal pro Tag. Das Kauen und Schlucken sind äußerst differenzierte und komplexe Vorgänge. Über 30 Muskelpaare sind am Kauen und Schlucken beteiligt. Diese werden von fünf Hirnnerven gesteuert.
Das komplexe Schlucken erfolgt in mehreren Phasen und beginnt eigentlich schon vor der Nahrungsaufnahme- der Hunger, das Riechen und Sehen von Essen regt den Appetit an.
Die am Kauen und Schlucken beteiligten Organe bereiten sich auf die Nahrungsaufnahme vor. Die Speicheldrüsen beginnen mit der Speichelsekretion, und es werden erste Verdauungs-Enzyme ausgeschüttet. Je nach erwarteter Konsistenz der Nahrung werden das Abbeißen und die Mundstellung vorbereitet. ("präorale Phase")
Die orale Vorbereitungsphase beginnt mit dem Abbeißen der Nahrung bzw. zum Zeitpunkt der Einführung der Nahrung in den Mund. Anschließend wird die Speise gekaut, wobei die Zunge die Nahrung zwischen den Zahnreihen hin und her schiebt und mit Speichel vermischt. Die Lippen- und Wangenmuskulatur sorgen dafür, dass die Nahrung im Mund bleibt.Zum Ende der Kauphase wird die zerkleinerte Nahrung als Speisebrei in einer Mulde der Zunge gesammelt. ("orale Vorbereitungsphase"/Kauphase)
Durch eine Wellenbewegung der Zunge (Peristaltik) wird der Speise-Bolus anschließend nach hinten befördert. Das Gaumensegel hebt sich an die Rachenrückwand, um ein Eintreten der Speise in den Nasenraum zu verhindern. ("orale Phase"/Phase im Mund)
Ist der Speise-Bolus am Beginn des Rachenraums angelangt, wird dort durch dessen Berührung der Schluckreflex ausgelöst. Die folgenden Geschehnisse unterliegen kaum noch der Willenskontrolle, sondern laufen reflektorisch ab. Der Kehlkopf hebt sich an, der Eingang zur Luftröhre wird durch mehrere Mechanismen verschlossen, die Atmung setzt aus, das obere Ende der Speiseröhre wird geöffnet. Eine Pump-Bewegung der Zunge drückt die Speise in den Rachenraum, und die Rachenmuskulatur sorgt für eine aktive Weiterleitung der Speise bis zur Speiseröhre. ("pharyngeale" Phase/Phase im Rachenraum)
Nachdem der Speisebrei in die Speiseröhre eingetreten ist, sorgt die Speiseröhrenmuskulatur durch wellenartige Bewegungen dafür, dass die Nahrung in den darunter beginnenden Magen gelangt. ("ösophageale Phase"/Phase in der Speiseröhre)
Der beschriebener Vorgang zeigt wie komplex das für uns so selbstverständliche Schlucken ist.

Nehmen Sie einen Bissen einmal mit dieser Bewusstheit.

 

Störungen des Schluckaktes

Zu den Störungen des Schluckaktes zählen:

 

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